Öffentliche Konferenz thematisiert Rad-Hauptnetz Hessen - Oktober 2019

Öffentliche Konferenz thematisiert Rad-Hauptnetz Hessen
Am 16. Oktober 2019 hat eine öffentliche Radverkehrskonferenz stattgefunden. Neben Informationen zum aktuellen Stand des Radverkehrsentwicklungsprozess, gab ein Impulsvortrag Einblicke in die Chancen und Möglichkeiten des Radverkehrs im ländlichen Raum. Anlass für die öffentliche Konferenz ist die aktuelle Ausweisung eines hessenweiten Hauptradnetzes. Mit den Achsen Marburg – Biedenkopf; Marburg – Neustadt und Marburg – Gießen ist auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf berührt.

 

Reger Austausch und Diskussionen rund um das Thema Radverkehr

Mehr als 100 Interessierte haben sich zum aktuellen Stand der Radverkehrsentwicklung im Kreis informiert, miteinander diskutiert und ausgetauscht. An drei Thementischen zu Rad-Hauptnetz-Verbindungen haben die Teilnehmenden eigene Ideen für konkrete Streckenführungen eingebracht.

 

Ziel der Veranstaltung

„Ziel der heutigen Radverkehrskonferenz ist es, mit Ihnen die vom Land Hessen erarbeiteten Vorschläge für ein landesweites Radhauptnetz im Bereich des Landkreises Marburg-Biedenkopf zu betrachten. Die hier entwickelten Vorschläge wollen wir dem Land Hessen als Grundlage für seine weiteren Überlegungen zur Verfügung stellen“, begrüßte Ralf Laumer, Leiter der Stabsstelle Dezernatsbüro der Landrätin, die Teilnehmenden.

 

Entwicklungen im Radverkehr

Das Land Hessen hat im vergangenen Jahr mit der Konzeptionierung eines landesweiten Rad-Hauptnetzes begonnen. Die Identifikation der Hauptrouten im Radverkehrsentwicklungsplan des Landkreises wurde durch das vom Land vorgelegte Konzept bestätigt.

 

Thomas Meyer, Radverkehrsplaner des Kreises, stellte den Stand der Radverkehrsentwicklung im Kreis vor. Ein wichtiger Aspekt sei der Ausbau der Infrastruktur: So hat der Kreis mit dem Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) einen Kooperationsvertrag über die Planung von Fahrradabstellanlagen an 17 Bahnhöfen geschlossen.

Auch der Ausbau des im Frühjahr 2018 abgestimmten Radverkehrsnetzes ist in Angriff genommen worden. 2019 konnten, zusätzlich zur bereits laufenden Planung für die K 14 in Kirchhain, die Planung von drei weiteren Projekten beauftragt werden. In der Haushaltsplanung 2020 des Kreises sind Mittel für die Planung weiterer Radwegeprojekte berücksichtigt.

 

® Hier zur Präsentation zur Radverkehrsentwicklung im Kreis

 

Impulsvortrag gibt Einblicke in die Entwicklung vom Radverkehr

Der Radverkehrsplaners Detlev Gündel setzte sich im Vortrag mit „Chancen und Möglichkeiten von Raddirektverbindungen im Ländlichen Raum“ auseinander.

„Eine bedeutende Voraussetzung für eine fahrradfreundliche Region sind administrative Rahmenbedingungen, also rechtliche Grundlagen, Finanzierung, aber auch die Kommunikation der Handlungsträger.“, erklärte Gündel. Fahrradfreundlichkeit, Radverkehr in Haupt-, Neben- und Einbahnstraßen sowie das „Pedelec“, (E-Bike) seien darüber hinaus Chancen für die Stärkung des Radverkehrs.

 

® Hier zur Präsentation von Detlev Gündel

 

Thementische

Nach den Vorträgen waren die Teilnehmenden gefragt: An drei Thementischen wurden gemeinsam wichtige Fragen und Anliegen diskutiert: Wie soll eine Radschnellverbindung aussehen? Welche konkreten Streckenführungen sind in der jeweiligen Stadt/Gemeinde für die Radhauptachsen denkbar? Die gesammelten Rückmeldungen und Diskussionsergebnisse sollen dem Land Hessen zur Verfügung gestellt werden.

 

Hier zum Protokoll, inklusive der Thementische

 

Dokumentation der Veranstaltung:

 

Hintergrundinformationen „Was passiert im Radverkehr?“


Hessisches Hauptradnetz
Im April 2019 hat das Land Hessen Planungen und Vorschläge zur Konkretisierung eines landesweiten Radhauptnetzes sowie den sogenannten „Hessenstandard“ vorgestellt. In Anlehnung an die Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) wurde unter Beteiligung der Städte, Gemeinden und Kreise, Regierungspräsidien, Fachbehörden, regionalen Institutionen und Interessensverbände im Jahr 2018 ein Rad-Hauptnetz Hessen identifiziert. Lückenschlüsse, einheitliche Beschilderung sowie Gestaltungsstandards sollen die bestehenden überörtlichen Radwege zu einem durchgängigen Rad-Hauptnetz vereinigen. Dieses wird regionale und lokale Netze verknüpfen. Dieses flächendeckende Netz soll durch Radschnellverbindungen bzw. Raddirektverbindungen ergänzt werden. Eine landesweite Studie hat dafür landesweit 42 mögliche Korridore identifiziert.

Hier finden Sie die Netzentwurfsplanung "Hessisches Haupt-Radnetz" allgemein:

www.nahmobil-hessen.de/unterstuetzung/planen-und-bauen/schneller-radfahren/rad-hauptnetz-hessen/

Hier direkt zu den Karten die den Kreis darstellen:

www.nahmobil-hessen.de/wp-content/uploads/2019/07/Anlage_3_09_Rad-Hauptnetz_2018_Landkreis-Marburg-Biedenkopf-West.pdf 

und

www.nahmobil-hessen.de/wp-content/uploads/2019/07/Anlage_3_10_Rad-Hauptnetz_2018_Landkreis-Marburg-Biedenkopf-Ost.pdf

 

Was ist der Hessenstandard „Schneller Radfahren“?
Der Hessenstandard wurde unter breiter kommunaler Beteiligung in der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) entwickelt. Planungshilfen und Musterlösungen unterstützen Kommunen und Land dabei, ihre Radverbindungen einheitlich zu gestalten und zu beschildern. Dies schafft die Grundlage, um Radfernwege, Radwege an Landes- und Bundesstraßen und innerörtliche Radwege zusammenwachsen zu lassen. Hessen Mobil soll die Aktivitäten des Landes und der Kommunen miteinander koordinieren.

Wer ist eigentlich die AGNH?
Der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) gehören Kommunen, Interessensverbände, Hochschulen, Verkehrsverbünde, Planungsbüros und Kammern an. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist in der AGNH seit 2017 aktiv. Derzeit hat die AGNH 248 Mitglieder. Sie fördert und stärkt den Fuß- und Radverkehr in Hessen. Weiter dient Sie als Kompetenznetzwerk, in dem gemeinsam beispielhafte Konzepte bekanntgemacht sowie neue Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Zentrales Ziel ist es, die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr sowie dessen Verknüpfung mit dem ÖPNV zu verbessern. So soll die Nahmobilität in Hessen als integralen Bestandteil des gesamten Verkehrssystems gefördert werden.
Mehr: nahmobil-hessen.de oder schneller-radfahren.de

Aktuelle Entwicklungen im Kreis
Der Kreisausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat inzwischen die Übernahme möglicher Baulastträgerschaften identifiziert und erste Planungen zu Straßen begleitenden Radwegen an Kreisstraßen beauftragt. Auch die Kommunen bringen sich mit der Beauftragung eigener Planungen in den Radverkehrsentwicklungsprozess ein. Die Landesstraßenbauverwaltung „Hessen Mobil“ plant ebenfalls den Bau von Radwegen an Landes- und Bundesstraßen im Landkreis.
Dabei orientieren sich die Planungen der Vorhaben zum Radverkehr an dem im Jahr 2016 auf Landkreisebene abgestimmten Radverkehrskonzept. Was im vergangenen Jahr passiert ist erfahren Sie im Bericht (verlinkte Schrift, bitte klicken).