Ausgezeichnet! Landkreis überzeugt mit dem "Bürgerdialog Biodiversität" das Bundesumweltministerium

Am 21. November 2018 hat Staatssekretär Jochen Flasbarth, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, den Bürgerdialog Biodiversität als Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnet! – Wettbewerb für vorbildliche Bürgerbeteiligung“ in der Kategorie „Strategie“ ausgezeichnet.
Der 2018 vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zum ersten Mal ausgeschriebene Wettbewerb zeichnet herausragende Bürgerbeteiligungsprojekte aus, die als Beispiele guter Praxis dienen können. Dabei setzte sich der Dialog des Landkreises Marburg-Biedenkopf als einziger prämierter Landkreis und hessischer Beitrag mit dem Bürgerdialog Biodiversität unter fast 160 Beiträge durch.

Die Annahme, dass der Erhalt biologischer Vielfalt nur zusammen mit den Menschen vor Ort gelingen kann, ist Grundlage für den strategischen Ansatz, die Akteure mit ihren originären Interessen einzubinden.
Die Expertise der Verwaltung und der aktiven Initiativen wird mit dem Wissen der Bürgerinnen und Bürger verknüpft und in Projekte umgesetzt. Der gezielte Ansatz, den Dialog auch zwischen Konfliktgruppen zu verbessern, überzeugte die interdisziplinäre Jury, der auch Bürgerinnen und Bürger angehörten.
Die Anerkennung, die der Dialog so bekommen hat, ist insbesondere den Engagierten zu verdanken. Im Nachgang zur Preisverleihung lud der Landkreis deshalb alle beteiligten Bürgerinnen und Bürger zu einer Dankeschön Feier ein und würdigte so ihren Einsatz.

Für die Vorstellung des Dialoges im Wettbewerb ist ein Video über den Dialog entstanden: Unten einfach auf "Play" bzw. den Pfeil drücken!

 

Hintergrund und Strategie des Dialoges
Die Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf beschäftigt sich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Schutz der Biodiversität. Der Landkreis ist der Blühflächen-reichste Landkreis in ganz Hessen und seit 2018 Ökolandbau-Modell-Region.
In der Umsetzung des Biodiversitätsdialoges wurde deshalb das bereits vorhandene Wissen in der Verwaltung und bei den professionellen Akteuren, wie z.B. der Landwirtschaft, Jägern, NABU, BUND und Universität genutzt und in die Zivilgesellschaft hineingetragen. Dort wurde ist es mit dem Wissen, den Ideen und Anregungen der Bürgerschaft verknüpft.
Durch den kooperativen Aufbau des Dialoges werden gemeinsame Konzeptentwicklung sowie die praktische Umsetzung miteinander verbunden. Dies zeichnet das Projekt aus und bietet eine langfristige Perspektive. Im Verlauf des Prozesses wird Empowerment gefördert. Durch die intensive Beschäftigung mit Themen der biologischen Vielfalt nehmen die Sensibilität und das Wissen rund um die Thematik zu. Die Menschen vor Ort werden langfristig in die Lage versetzt selbständig sinnvolle Projekte für die biologische Vielfalt umzusetzen. Auch das Gefühl der Selbstwirksamkeit wird bei kleinen Projekten, wie zum Beispiel bei der Anlage einer Blühfläche, die zu einer summenden Blumenwiese wird, deutlich gestärkt und schafft Motivation. All dies sorgt zusammen dafür, dass das Beteiligungsprojekt dauerhaft verankert werden kann. Somit ist das Projekt auch nicht auf eine Laufzeit beschränkt, sondern ist dauerhaft und in die Zukunft gerichtet angelegt.
Verwaltungsintern ist das Projekt des Bürgerdialoges Biodiversität dezernatsübergreifend organisiert. So wird auch in der Verwaltung die Bedeutung des Themas gefestigt und gemeinsam darauf hingearbeitet, dass der Prozess intern wie extern von möglichst vielen Akteuren akzeptiert und angenommen wird.